Für Eltern

So gelingt der Zahnarztbesuch

Der erste Zahnarztbesuch ist ein großer Moment – für Kinder und oft auch für Eltern. Damit er so positiv wie möglich wird, haben wir hier die wichtigsten Tipps für Sie zusammengestellt. Dinge, die sich in unserer täglichen Arbeit bewährt haben – und die den Unterschied machen können.

Kleine Tipps, großer Unterschied

Der richtige Zeitpunkt

Ich komme am besten früh – und zwar nicht erst dann, wenn etwas wehtut.

Die Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde empfiehlt den ersten Zahnarztbesuch spätestens mit dem zweiten Lebensjahr. Wir empfehlen: ab dem 1. Zahn. Bei dem ersten Termin geht es vor allem darum, ihr Kind behutsam an den Zahnarztbesuch zu gewöhnen und Ihnen als Eltern wichtige Tipps rund um Zahnpflege, Ernährung, Schnuller und Flasche mitzugeben. Gleichzeitig können wir die Entwicklung der Zähne frühzeitig begleiten und mögliche Veränderungen rechtzeitig erkennen.

Der beste Zeitpunkt am Tag

Morgens bin ich am ausgeruhtesten – und das merkt man.

Kinder sind vormittags in der Regel ruhiger, konzentrierter und kooperativer. Wann immer möglich, empfehlen wir Termine am Vormittag. Planen Sie außerdem möglichst wenig drumherum: Kein voller Terminkalender, kein Stress auf dem Weg zu uns. Je entspannter der Tag, desto entspannter der Besuch.

Wie Sie Ihr Kind vorbereiten

Bitte keine Horrorgeschichten – aber auch keine Versprechen, die nicht stimmen.

Kinder hören sehr genau hin. Gut gemeinte Sätze wie „Du brauchst keine Angst zu haben“ oder „Das tut nicht weh“ können Begriffe wie Angst oder Schmerz überhaupt erst in den Mittelpunkt rücken. Deshalb achten wir bei Freiburger Milchzähne ganz bewusst auf eine positive, kindgerechte Sprache. Unser gesamtes Team ist darin geschult, Kinder einfühlsam und altersgerecht durch den Zahnarztbesuch zu begleiten.

Auch Eltern können dabei helfen: Vermeiden Sie Versprechungen wie „Du bist gleich fertig“ und fragen Sie nach der Behandlung möglichst nicht „Hat es wehgetan?“ oder „War doch gar nicht schlimm, oder?“. Fragen Sie lieber: „Was hat dir heute besonders gut gefallen?“

Denn für den nächsten Zahnarztbesuch zählt vor allem eines: das gute Gefühl, mit dem Ihr Kind unsere Praxis verlässt.

Belohnungen

Eine große Belohnung macht mir Druck – eine kleine Freude danach ist viel schöner.

Gut gemeinte Belohnungsversprechen wie „Wenn du das schaffst, bekommst du …“ können bei Kindern ungewollt den Eindruck erwecken, dass etwas besonders Schwieriges bevorsteht. Je größer die angekündigte Belohnung, desto höher kann auch der Erwartungsdruck werden. Deshalb empfehlen wir, vor dem Zahnarztbesuch auf größere Belohnungsversprechen zu verzichten.

Nach dem Termin bekommen unsere kleinen Patient:innen von uns eine Münze für den Geschenkeautomaten und dürfen sich selbst eine kleine Überraschung aussuchen. Das gehört bei uns dazu und sorgt häufig schon beim Warten für Vorfreude.

Geschwister

Geschwister sind toll – aber heute bin ich dran.

Geschwisterkinder sind bei uns willkommen. Damit wir uns voll auf Ihr Kind konzentrieren können, bitten wir Sie bei Behandlungsterminen jedoch darum, nur Geschwister mitzubringen, die sich selbst beschäftigen können – oder eine zweite Begleitperson, die sich um sie kümmert.

Eltern im Behandlungszimmer

Mama oder Papa dürfen dabei sein – aber ich stehe im Mittelpunkt.

Sie sind herzlich willkommen, Ihr Kind ins Behandlungszimmer zu begleiten – besonders beim ersten Besuch. Wir bitten Sie dabei, im Hintergrund zu bleiben und unser Team die Führung übernehmen zu lassen. Fragen oder Anmerkungen zur Behandlung besprechen wir gerne im Anschluss – möglichst ohne Kind. So bleibt die Atmosphäre zwischen Ihrem Kind und uns ungestört.

Loben – ja. Schimpfen – nein.

Ich mache das so gut ich kann. Ein bisschen Lob hilft mir dabei.

Bitte schimpfen Sie weder vor noch nach dem Termin mit Ihrem Kind – auch wenn die Zähne nicht so sind wie erhofft. Kinder können meist nichts für Karies oder schlechte Mundhygiene. Loben Sie stattdessen das, was geklappt hat – auch Kleinigkeiten zählen. In der Behandlung setzen wir bewusst auf viel positives Feedback: Was gelobt wird, bleibt in guter Erinnerung.

Terminabsagen und Pünktlichkeit

Mein Termin gehört mir – und ich freue mich, wenn er stattfindet.

Wir arbeiten als reine Bestellpraxis und reservieren jeden Termin exklusiv für Ihr Kind. Bitte kommen Sie pünktlich – oder informieren Sie uns so früh wie möglich, wenn ein Termin nicht klappt. Eine Absage benötigen wir mindestens 24 Stunden vorher, damit wir den Platz an ein anderes Kind weitergeben können. Häufige kurzfristige Absagen können leider dazu führen, dass wir Ihnen nur noch längerfristige Termine anbieten können.

Ihre Fragen – unsere Antworten

Eine gute Zahnpflege beginnt bereits mit dem ersten Zahn. Ab diesem Zeitpunkt sollten Sie die Zähne Ihres Kindes regelmäßig mit einer fluoridhaltigen Kinderzahnpasta putzen.

In den ersten Jahren übernehmen Sie das Zähneputzen vollständig. Mit zunehmendem Alter kann und soll Ihr Kind natürlich immer mehr selbst putzen und Verantwortung für die eigene Zahnpflege übernehmen.

Wir empfehlen Eltern jedoch, während der gesamten Grundschulzeit die Zähne ihres Kindes gründlich nachzuputzen. Denn auch wenn Kinder die richtige Putztechnik bereits kennen, reichen Feinmotorik, Gründlichkeit und Ausdauer häufig noch nicht aus, um wirklich alle Zahnflächen zuverlässig zu erreichen.

Sie haben bei Ihrem Kind ein Loch, eine dunkle Stelle oder eine andere auffällige Veränderung am Zahn entdeckt? Dahinter kann sich eine Karies verbergen. Vereinbaren Sie am besten einen Termin bei uns, damit wir uns den Zahn genauer anschauen und gemeinsam das weitere Vorgehen besprechen können.

Sie sind sich nicht sicher, ob tatsächlich ein Termin notwendig ist? Schicken Sie uns gerne zusammen mit Ihrer Terminanfrage ein möglichst gutes Foto der betroffenen Stelle per E-Mail. Wir können dann eine erste Einschätzung vornehmen und Ihnen mitteilen, ob und wie zeitnah wir Ihr Kind bei uns sehen sollten.

Ein Sturz auf die Zähne sieht oft schlimmer aus, als er ist. Trotzdem sollte ein Zahnunfall ernst genommen und je nach Verletzung zeitnah zahnärztlich kontrolliert werden.

Unfall an einem Milchzahn

Ist ein Milchzahn nach einem Sturz stark gelockert oder verschoben, ist ein größeres Stück abgebrochen oder wurde der Zahn vollständig ausgeschlagen, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. Wir entscheiden dann gemeinsam, ob und wie schnell wir Ihr Kind in der Praxis sehen sollten.

Ein ausgeschlagener Milchzahn darf nicht wieder eingesetzt werden, da dadurch der darunterliegende bleibende Zahn geschädigt werden könnte.

Reißt bei einem Sturz das Lippenbändchen ein, kann dies überraschend stark bluten. Bewahren Sie Ruhe und drücken Sie für einige Minuten ein sauberes Tuch oder einen Waschlappen auf die Wunde. Meist lässt sich die Blutung dadurch gut stoppen.

Unfall an einem bleibenden Zahn

Bei einem Unfall an einem bleibenden Zahn sollten Sie immer zeitnah Kontakt mit uns aufnehmen – insbesondere wenn der Zahn gelockert, verschoben oder abgebrochen ist.

Wurde ein bleibender Zahn komplett ausgeschlagen, handelt es sich um einen zahnmedizinischen Notfall. Jetzt zählt die Zeit:

  • Fassen Sie den Zahn nur an der Zahnkrone und niemals an der Wurzel an.
  • Reinigen oder desinfizieren Sie den Zahn nicht und wickeln Sie ihn nicht in ein Tuch.
  • Legen Sie ihn möglichst sofort in eine Zahnrettungsbox. Diese finden Sie beispielsweise in vielen Schulen und Sporteinrichtungen oder können sie in der Apotheke kaufen.
  • Ist keine Zahnrettungsbox verfügbar, kann der Zahn vorübergehend in kalter H-Milch aufbewahrt werden.
  • Nehmen Sie sofort Kontakt mit einer Zahnarztpraxis oder einem zahnärztlichen Notdienst auf.

Je schneller ein ausgeschlagener bleibender Zahn fachgerecht versorgt wird, desto größer ist die Chance, ihn langfristig erhalten zu können.

Wir empfehlen, mit der Entwöhnung möglichst früh zu beginnen und den Schnuller spätestens im dritten Lebensjahr vollständig abzugewöhnen. Denn anhaltendes und häufiges Nuckeln kann die Entwicklung von Zähnen und Kiefer beeinflussen und beispielsweise einen offenen Biss begünstigen.

Plötzlich wächst hinter einem Milchzahn schon der neue, bleibende Zahn, obwohl der Milchzahn noch gar nicht ausgefallen ist? Dieses Phänomen wird umgangssprachlich gerne als „Haifischzahn“ bezeichnet und kommt bei Kindern relativ häufig vor – besonders bei den unteren Schneidezähnen.

Häufig beginnt der Milchzahn kurze Zeit später stärker zu wackeln und fällt von alleine aus. Ermuntern Sie Ihr Kind ruhig dazu, den lockeren Milchzahn immer wieder vorsichtig mit der Zunge oder den Fingern zu bewegen.

Ist der Milchzahn ausgefallen, findet der bleibende Zahn durch das Wachstum des Kiefers und den Druck der Zunge häufig von selbst seinen Weg weiter nach vorne in die Zahnreihe.

Wann sollten Sie zu uns kommen?
Wackelt der Milchzahn kaum oder gar nicht, obwohl der bleibende Zahn bereits deutlich dahinter zu sehen ist, sollten wir uns die Situation einmal anschauen.

Aufgrund des hohen Patientenaufkommens haben wir für routinemäßige Erstberatungen und Kontrolltermine derzeit eine Wartezeit von mehreren Monaten. Auch bei planbaren Behandlungsterminen kann es zu längeren Wartezeiten kommen.

Dringende Zahnbehandlungen und Schmerztermine werden davon unabhängig und entsprechend der medizinischen Dringlichkeit eingeplant. Die Einschätzung der Dringlichkeit und die Terminvergabe erfolgen durch unser Praxisteam.

Bitte sagen Sie Ihren Termin so früh wie möglich, spätestens jedoch 24 Stunden vorher, ab. So geben Sie uns die Möglichkeit, die reservierte Behandlungszeit an ein anderes Kind zu vergeben.

Kurzfristige Absagen und nicht wahrgenommene Termine führen zu Lücken in unserem Praxisablauf und nehmen anderen Familien die Möglichkeit, einen früheren Termin zu erhalten.

Bitte beachten Sie: Bei wiederholten kurzfristigen Absagen oder nicht wahrgenommenen Terminen können wir Ihnen zukünftig gegebenenfalls nur noch Termine mit längerer Vorlaufzeit anbieten.

Für Sie persönlich reservierte Behandlungstermine, die nicht oder nicht rechtzeitig abgesagt werden, können unter den gesetzlichen Voraussetzungen als Ausfallhonorar in Rechnung gestellt werden (§ 615 BGB).

Praxiszeiten
Montag bis Donnerstag 8 – 12 Uhr & 13 – 17 Uhr
Freitag 8 – 12 Uhr & 13 – 16 Uhr